Herausforderung Schule und Tränen bei den Hausaufgaben

Aktualisiert: 21. Mai

Das letzte Jahr im Kindergarten. Die meisten Jungen und Mädchen sind gerade sechs geworden, wenige sind jünger, andere älter. Als Eltern haben wir das Gefühl - so langsam könnte es in die Schule los gehen. Sie fangen an zu zählen, zu schreiben oder interessieren sich für die ersten Rechenaufgaben. Auch hier gibt es keine Messlatte - wenn die kleine Julia schon ihren Namen s schreiben und bis 20 rechnen kann, spielt der kleine Jan am liebsten Fußball und klettert auf Bäume. Viele denken - typisch Junge.


Die Herausforderung Schule ist Teil der Entwicklung


In der Hirnforschung gibt es Studien, dass Jungen und Mädchen sich unterschiedlich entwickeln. Bereits im Kindergarten wird von "überkreuzen" gesprochen. Damit ist gemeint, wenn die Schere links oben liegt, dein Kind Rechtshänder ist und sie haben möchte - greift es mit der linken Hand danach und gibt es an die rechte Hand weiter? In diesem Fall überkreuzt es nicht. Sobald die Vernetzung der linken und rechten Hirnhälfte abgeschlossen ist, würde das Kind mit der rechten Hand nach links oben greifen und sich die Schere nehmen. Diese Überkreuzentwicklung geht auch mit Beginn der Schulzeit weiter und es gibt dabei große Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen.



gehirn-gerechtes lernen
Augen auf - es gibt Lösungen

Auch in der Anatomie sind die beiden Geschlechter sehr unterschiedlich. Jungen bilden wesentlich mehr Muskelmasse aus. Das beginnt bereits im Bauch der Mama. Deswegen sollen Jungs auch aktiver strampeln und sich bewegen. Sobald sie auf der Welt sind, sind Jungs mit Muskelaufbau beschäftigt. Das gelingt nur durch Bewegung. Laufen, rennen, klettern und aktiv sein. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, bereits Maria Montessori hat vor über 100 Jahren erkannt - die Entwicklung jedes Kindes geht im eigenen Tempo voran. Im Schnitt sagt man, dass plus/minus zwei Jahre ausschlaggebend sind. Ein Kind zur Einschulung ist sechs Jahre alt. Wenn wir bedenken, es können zwei Jahre vor und zurück sein in der Entwicklung, besteht eine Klasse aus Kindern, die vom Lernniveau extrem unterschiedlich sind.


Dazu kommt ein anderes Thema - jeder lernt in der eigenen Geschwindigkeit. Dazu wird es noch einen gesonderten Blogbeitrag geben. Es gibt Schnell- und Langsamlerner. Das Alles zusammengefasst: Jedes Kind ist entwicklungstechnisch auf einer bestimmten Stufe und hat entsprechend andere Interessen. Die Einen müssen und wollen sich bewegen, die Anderen wollen unbedingt richtig gut lesen und rechnen und in der Mitte, die freuen sich auf die Schule und kommen mehr oder weniger gut mit. Entsprechend ist es unruhig in der Klasse und die Unterschiede im Leistungsniveau werden deutlich. Während die Schnell-Lerner sich langweilen, weil sie ein Arbeitsblatt in fünf Minuten schaffen, sind langsam lernende Kinder frustriert. Sie müssen es vielleicht sogar noch zu Hause zu Ende bearbeiten und brauchen auch länger, um Inhalte zu verstehen. Das führt verständlicherweise zu Frust.


Tränen bei den Hausaufgaben


Oft höre ich Eltern "Da müssen sie durch. Uns hat es auch nicht geschadet und wir haben es Alle geschafft." Das ist richtig. Das Schulsystem ist wie es ist und wir Alle sind irgendwie durch die Schule gekommen. Aber zu welchem Preis? Wenn wir uns zurück erinnern an die Grundschule - warst du gut in Mathe? Oder hattest du Probleme in Deutsch? Bist du gerne zur Schule gegangen? Was wäre aus uns geworden, wenn es einfach gewesen wäre - wenn wir mit Spaß und Freude gelernt hätten. Viele von uns haben es irgendwie geschafft. Wenn wir uns also in unser Kind hinein versetzten. Die Inhalte sind vielleicht schwierig zu verstehen, andere Kinder sind viel schneller als ich und ich muss ständig Arbeitsblätter bearbeiten oder zu Hause fertig machen - das frustriert. Eine Negativspirale, die es aufzuhalten gilt. Kinder denken oft: Ich bin zu doof oder nicht gut genug. Der Frust steigt, die Überforderung äußert sich oft in Tränen. Das stimmt natürlich nicht, denn die neuronale Lerngeschwindigkeit ist angeboren und wird sich das Leben über nicht ändern. Das alleine zu wissen und gehirn-gerechte Lernmethoden zu nutzen, erleichtert den Schulalltag und den Stressfaktor bereits enorm.


Wenn du es nicht direkt verstehst - ändere die Methode






Verstehen die Kinder Lerninhalte einfach nicht, dann ist es nich die richtige Methode. Ein guter Mathelehrer oder Mathelehrerin sollte das erkennen und andere Rechenwege anbieten können. Besonders bei Themen wie dem 10er Übergang, der vielen Kindern schwer fällt, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Erklärung. Auch wenn das lernen langsamer voran geht, ist es verstanden - bleibt es verstanden. Wenn Eltern gehirn-gerechte Lernmethoden kennen, können sie ihren Kindern sehr helfen. Wenn du dein Kind analysieren kannst, hast du eine andere Gesprächsgrundlage für die Pädagogen der Schule. Dabei spielen auch die Händigkeit, das Alter usw. eine gravierende Rolle.


Mit dem notwendigen Verständnis für unsere Kinder und mit dem Wissen rund um das Thema lernen, können wir den Spaß zurück bringen. Wir Eltern können dafür sorgen und gemeinsam mit den Lehrkräften daran arbeiten, dass wir die Kinder nicht sofort in Diagnosen und Therapien schicken sondern Lösungen erarbeiten. Auch der Austausch mit anderen Eltern trägt dazu bei, dass wir nicht soviel Druck aufbauen, Vertrauen in die natürliche Entwicklung haben und unsere Kinder Selbstvertrauen aufbauen können und Erfolge haben dürfen.



Über mich

Ich bin Mama von drei Kindern. Mein großer Sohn ist bis zur Einschulung beidhändig gewesen und dann Linkshänder geworden. Das hat besondere Herausforderungen in der Grundschule mit sich gebracht. Meine Zwillinge (Junge/ Mädchen) zeigen mir jeden Tag, das es Unterschiede in der Entwicklung von Jungen und Mädchen gibt. Als Trainerin für gehirn-gerechte Lern- und Lehrmethoden ist mein Fokus das gehirn-gerechte lernen und lehren. In Kombination mit den gemachten Erfahrungen und Erfolgen, gebe ich Eltern die Möglichkeit, nicht zu verzweifeln sondern die Chance zu nutzen und den Schulstress ihren Kindern zu nehmen. Alltagszirkus bietet dir für alle Lebensbereiche Onlinekurse, um dich und dein Leben verändern und verbessern zu können. Wir stehen für Expertise und Erfahrung - unsere Kurse beruhen auf eigenen Konzepten, die täglich erprobt und gelebt werden. Wir wissen wovon wir sprechen.


Anmeldung zum Workshop hier.


Quellen: Buch Kinder sind anders - Maria Montessori

Vera F Birkenbihl - Jungen und Mädchen wie sie lernen

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